Zum eigenen Schutz: Gegen Rückstau sichern

Starkregen ist gnadenlos: Innerhalb kürzester Zeit fällt viel mehr Regen, als die Kanalisation aufnehmen kann. Grundsätzlich ist das öffentliche Kanalnetz nach den bestehenden Regeln der Technik sehr leistungsfähig ausgebaut. Es kann und muss allerdings nicht jedes Regenereignis sofort ableiten. So steigt bei extremen Starkregen der Wasserspiegel kurzzeitig an, so dass Abwasser möglicherweise auch aus den Schächten austreten kann. In der Folge drückt sich das aufgestaute Wasser durch die Abwasserleitungen ins Haus. Grundsätzlich gilt: Wollte man jedes Regenereignis drucklos abführen, wären die Kanaldurchmesser um ein Vielfaches größer und die Abwassergebühr deutlich höher.

Was kann bei einem Rückstau passieren?

Gefährdet sind vor allem Räume, die unterhalb des Straßenniveaus liegen und eine Toilette oder einen Wasseranschluss haben. Auch über Waschbecken, Waschmaschinen oder Bodenabläufe kann Abwasser in Kellerräume eindringen und erhebliche Schäden verursachen.  

Alle Räume oder Hofflächen, die unter der Rückstauebene/ Straßenoberkante liegen, müssen deshalb gegen eindringendes Abwasser gesichert werden. 

Satzung zur Abwasserbeseitigung sieht Sicherung vor

Die Grundstückseigentümer im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Bersenbrück sind verpflichtet geeignete Sicherungen einzubauen. Der Rückstauschutz ist vorgeschrieben. Die Satzung über die Abwasserbeseitigung   erläutert im Paragraph 14 in den Abschnitt 1-3 die Sicherung gegen Rückstau im Abwassernetz.

Zusätzlich ist eine Überprüfung der Wohngebäudeversicherung empfehlenswert, um zu ermitteln, inwieweit die eigene Versicherung bei einem Schadensereignis Kosten übernimmt und auf Rückstausicherungen in der eigenen Immobilie verweist.

Was kann getan werden?

Eingebaute Rückstauklappen sorgen dafür, dass Wasser zwar wie gewohnt durch den Abfluss abfließen kann, verriegeln aber bei von außen kommendem Druck die Abwasserleitung. Sie befinden sich in der Anschlussleitung, im Hauskontrollschacht oder im Keller oder sitzen direkt in den Hausinstallationen. So lassen sich zum Beispiel auch einzelne Klappen für Kellerwaschbecken im Siphon nachrüsten.

Eine andere Möglichkeit sind Hebeanlagen. So pumpt eine Hebeanlage hochdrückendes Abwasser über die Rückstauebene hinweg in den Kanal.

Grundsätzlich sind Rückstauklappen günstiger als Hebeanlagen. Nachteil: Die Klappen schützen laut Verbraucherzentrale die Häuser zwar vor Abwasser, das aus dem öffentlichen Kanal kommt, können jedoch im Gebäude anderweitig angefallenes Wasser z.B. durch undichte Rohrleitungen nicht ableiten.

Regelmäßig warten

Die regelmäßige Wartung und Reinigung ist notwendig, um die Rückstauklappe oder ein Rückstauventil zu jeder Zeit funktionstüchtig zu erhalten. Eine Wartung pro Jahr wird aus diesem Grund auch für Hebeanlagen empfohlen. Bei richtiger Wartung halten Rückstausysteme viele Jahre. Die Funktionstüchtigkeit kann außerdem verlängert werden, indem das Abwassersystem nicht als Müllschlucker genutzt wird. Es ist daher wichtig, das Herunterspülen von Feuchtüchern, Windeln, Fetten oder anderen Feststoffen unbedingt zu vermeiden.