Schärfere Gesetze erfordern Neuausrichtung der Klärschlamm-Entsorgung

Bersenbrück/Detmold. 5400 Tonnen Klärschlamm fallen beim Wasserverband Bersenbrück jedes Jahr bei der Reinigung der Abwässer an. Bislang konnte dieser Klärschlamm in der Landwirtschaft zum Düngen genutzt werden. Die neue Klärschlammverordnung sowie die Düngeverordnung schränken diese Nutzung deutlich ein. Auch die Bestrebungen zum Klimaschutz und die aktuelle CO2 Diskussion erfordern vorausschauende Maßnahmen. Da zudem das Preisniveau sowohl für die landwirtschaftliche als auch für die thermische Klärschlamm-Entsorgung seit 2017 sprunghaft gestiegen ist, strebt der Wasserverband Bersenbrück im Sinne der Bürgerinnen und Bürger eine Neuausrichtung für eine zukunftsorientierte und ordnungsgemäße Entsorgung an.

Am vergangenen Freitag hat der Verband neben weiteren 56 Kommunen, Verbänden und Gesellschaften aus den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg sowie aus Niedersachsen einen gemeinsamen Kooperationsvertrag zur Klärschlamm-Entsorgung unterzeichnet. Ab 2024 wollen die beteiligten Gesellschafter ihren Klärschlamm gemeinschaftlich in einer regionalen Verbrennungsanlage thermisch verwerten. Hierfür kann nun ein externer Partner gesucht werden, der eine solche Anlage schon hat oder sie auf eigener Fläche bauen kann. „Diese konstruktive und länderübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht eine sichere Entsorgung. In die gemeinsame Arbeit der Gesellschaft fließt das Wissen zahlreicher Kommunen und Verbände ein. Wichtig ist zudem, dass die Kooperation keine Gewinne erwirtschaften wird, so dass die Abwassergebühren für die Bevölkerung weiterhin möglichst niedrig gehalten werden können“, so Verbandsvorsteher Dirk Imke.

Es gibt nur sehr wenige Abwasserbetriebe, für die es sich lohnt und die die finanzielle Ausstattung haben, eine eigene Mono-Verbrennungsanlage bauen zu können. Der Wasserverband hat den ersten Schritt, die Klärschlamm-Entsorgung langfristig und wirtschaftlich organisieren zu können, mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages auf den Weg gebracht.

„Auch wegen der Notwendigkeit einer Phosphor-Rückgewinnung aus dem Klärschlamm ab 2029 muss die Klärschlamm-Entsorgung insgesamt neu durchdacht und organisiert werden. Wirtschaftlich ist eine thermische Entsorgung zudem auch erst ab einer gewissen Größenordnung, die nun durch den Zusammenschluss erreicht wurde. Für den Wasserverband Bersenbrück ist diese bundesweit einmalige interkommunale Zusammenarbeit ein Meilenstein für die nachhaltige Ver- und Entsorgungssicherheit“, erklärte Geschäftsführer Ralph-Erik Schaffert.

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Neben dem Wasserverband Bersenbrück haben auch die Vertreter des Wasserverbands Wittlage und der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden den Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Entsorgung von Klärschlamm OWL unterzeichnet. V.l.n.r. Ansgar Brockmann, Dirk Imke, Uwe Bühning, Ralph-Erik Schaffert, Günter Harmeyer.