Trinkwasser für alle

 Neue Trinkwasser-Richtline der EU

Je nachdem in welchem europäischen Land man sich gerade befindet, wird der Wunsch nach einem Glas Leitungswasser unterschiedlich erfüllt. Von Selbstverständlichkeit bis zur Verneinung können Fragende alles erwarten. Die EU-Kommission will das nun ändern - als Teil ihrer neuen Trinkwasser-Richtlinie. Ihr konkreter Vorschlag ist, dass unter anderem Restaurants und Kantinen kostenlos Trinkwasser anbieten sollen. Das ist jedoch nur einer von weiteren wichtigen Ergänzungen der Trinkwasserrichtlinien. Insbesondere die 23 Millionen Europäer, die nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, sollen von der Novellierung profitieren.

Nach den neuen Vorschriften müssen die Mitgliedstaaten den Zugang zu Trinkwasser für alle Menschen verbessern, insbesondere jedoch für schutzbedürftige und ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen‚ die derzeit Schwierigkeiten beim Zugang zu Trinkwasser haben. In der Praxis bedeutet dies, dass in öffentlichen Räumen Trinkwasseranlagen eingerichtet werden, dass Kampagnen durchgeführt werden, um die Bürgerinnen und Bürger über die Qualität ihres Wassers zu informieren, und dass Verwaltungen und die Betreiber öffentlicher Gebäude dazu angehalten werden, Zugang zu Trinkwasser zu gewähren.                                                          

Ziel ist es, das Recht auf sauberes Trinkwasser zu garantieren. Ein Ziel, das auf die erste erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „Right2Water", zurückgeht, bei der 1,6 Mio. Unterschriften zur Unterstützung eines verbesserten Zugangs zu sauberem Trinkwasser für alle Europäer gesammelt wurden. Der Gesamtverbrauch an Leitungswasser sollte sich dadurch erhöhen. Erhoffter Nebeneffekt ist dabei, mit mehr Vertrauen in Leitungswasser den Plastikmüll zu bekämpfen.

Die meisten Menschen, die in der EU leben, haben einen sehr guten Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Dies ist den seit langem bestehenden EU-Rechtsvorschriften zu verdanken, die die Europäer schützen, indem sie ihnen Zugang zu hochwertigem Trinkwasser sichern. 

Die Kommission möchte sicherstellen, dass diese hohe Qualität dauerhaft erhalten bleibt. So will sie 18 neue Kriterien in den Prüfkatalog für unbedenkliches Wasser aufnehmen, darunter mögliche Schadstoffe, sowie Bakterien oder Viren. Nach Aussage der Kommission werden für diese Ergänzungen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ebenfalls berücksichtigt.

Quellen: Pressemitteilung Europäische Kommission 1. Feb 2018, ARD Büro Brüssel, Samuel Jackisch

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