Wasserverband Bersenbrück blickt auf gutes Geschäftsjahr zurück

Eggermühlen. Insgesamt ist der Wasserverband Bersenbrück sehr zufrieden mit dem vergangenen Wirtschaftsjahr. Der Verbrauchsbeitrag für Trinkwasser bleibt mit 0,68 Euro pro Kubikmeter stabil. Gesenkt werden kann der Schmutzwasserpreis von derzeit 2,35 Euro um fünf Cent auf 2,30 Euro pro Kubikmeter. Leicht angehoben werden muss der Preis für Regenwasser von 8,35 Euro auf 8,95 Euro pro 50 Quadratmeter. Erhöht wird zudem der Beitrag für die Hausanschlusskosten um 100,00 € je Anschluss auf 900 Euro. Hintergrund hierfür sind steigende Material- und Beschaffungskosten.

Neues Mitglied im Vorstand

Neu gewählt wurde während der vergangenen Ausschusssitzung ein neues Vorstandsmitglied für das Gebiet der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden. Einstimmig fiel die Wahl auf den Bürgermeister von Neuenkirchen-Vörden, Ansgar Brockmann. Als Stellvertreter wurde Jürgen Rolfsen, Leiter des Bauamtes, gewählt. Verbandsvorsteher Dirk Imke begrüßte Ansgar Brockmann und freut sich auf die konstruktive Zusammenarbeit. „Seit dem 1. Januar 2019 ist bereits viel für die gute Versorgung realisiert worden. Wichtige Maßnahmen zur Modernisierung des Wasserwerkes Vörden konnten umgesetzt werden. Auch neue Verbindungsleitungen wurden verlegt, so dass der Bereich Campemoor an unser Leitungsnetz angebunden wird. Auch in Zukunft werden wir ein verlässlicher Partner unserer Kommunen sein.“  

Viele Aufgaben für die Zukunft

Der Gesamtverbrauch an Trinkwasser lag 2018 und auch 2019 weit über dem normalen Niveau. Neue Konzepte und Maßnahmen zur grundwasserschonenden Bewirtschaftung werden vor dem Hintergrund des Klimawandels zur Pflicht. Vom Verband wird geprüft, ob die Möglichkeit der Anreicherung des Grundwassers durch Versickern des Filterrückspülwassers eine zeitlich begrenzte Erhöhung des Grundwasserspiegels ermöglicht. „Die beiden Trockenjahre spiegeln den Handlungsbedarf sowohl der Verbraucher als auch der Versorger. Als Wasserversorger überprüfen wir derzeit Möglichkeiten der Einsparpotentiale. Vor dem Hintergrund von Neubewilligungen des Wasserrechtes, wie beispielsweise in Ohrte, werden wir verstärkt mit Land- und Forstwirtschaft zusammenarbeiten. Gerade die Waldwirtschaft ist für die Trinkwassergewinnung und die Grundwasserqualität von essentieller Bedeutung“, verdeutlichte Geschäftsführer Ralph-Erik Schaffert. Im Hinblick auf die Daseinsvorsorge und die Entlastung des Wasserwerkes Ohrte werden im kommenden Jahr auch die Planungen für einen Neubau des Wasserwerkes Fürstenau vorangetrieben, so Schaffert.

Klärschlammentsorgung und Phosphorrückgewinnung

Auch für die Abwassersparte stehen notwendige und umfassende Veränderungen an. Bislang wurden Klärschlämme der Kläranlagen im Verbandsgebiet zum Großteil in der Landwirtschaft als Dünger verwendet. Nicht zuletzt aufgrund der Schadstoffe im Klärschlamm fand eine Abkehr von der direkten landwirtschaftlichen Nutzung hin zur Verbrennung statt. Zudem gelten seit 2015 zusätzlich die Grenzwerte des Düngerechts für zum Düngen verwendeten Klärschlamm. Ab 2029 wird außerdem die Rückgewinnung von Phosphor verpflichtend. Vor diesem Hintergrund investiert der Verband zum einen in eine neue Klärschlammtrocknung auf der Kläranlage Quakenbrück und tritt zum anderen der Klärschlammkooperation Ostwestfalen-Lippe bei. Die Kooperation hat das Ziel, eine gemeinsame Verbrennungsanlage zu bauen, in der auch der getrocknete Klärschlamm aus dem Verbandgebiet verbrannt werden soll.

Erweiterungen

Neben dem Bau einer Klärschlammtrocknung und der Planung eines neuen Wasserwerkes in Fürstenau, wird auch das Materiallager in Bersenbrück erweitert. Die vielen Bauaktivitäten in der Region machen diese Erweiterung notwendig. Um einen Beitrag zur umweltschonenden Energieerzeugung zu leisten, werden auch im kommenden Jahr weitere Photovoltaikanlagen auf den Betriebsanlagen des Verbandes geprüft.

Insgesamt habe sich das Wirtschaftsjahr 2018 sehr positiv entwickelt, so Imke. Im Hinblick auf die aktuellen ökologischen Herausforderungen für den besseren Schutz von Ökosystemen müsse allerdings insgesamt das Bewusstsein für eine nachhaltigere Ressourcen-Nutzung im Alltag geschärft werden. Dass unser Trinkwasser kostbar sei, müsse mehr in den Fokus rücken, so Verbandsvorsteher Imke abschließend.

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Blick in die Filterhalle des Wasserwerkes Ahausen: Die Trinkwasserversorgung ist ein hohes Gut für Gesundheit und Lebensqualität. Foto: Nicky Seidenglanz