Wenn die Toilette unfreiwillig zur Dusche wird

Tag für Tag wird das Kanalnetz für den Transport des Abwassers rund um die Uhr beansprucht. Dabei ist der einwandfreie Abfluss des Abwassers für die Funktion des Kanalsystems von großer Bedeutung. Damit das öffentliche Netz vor Ablagerungen geschützt wird, werden die Schmutzwasserkanäle regelmäßig gereinigt. Diese Reinigung erfolgt auch im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Bersenbrück mit sogenannten Hochdruck-Spüldüse. Mit hohem Wasserdruck werden entstandene Ablagerungen aus Fett und Sand beseitigt. Bei diesem Vorgang wird im Bereich vor der Reinigungsdüse ein Unterdruck und hinter der Düse ein Überdruck erzeugt. Der entstandene Druck wird zu einem Großteil durch den Luftaustausch in den Straßenschächten ausgeglichen. Der restliche Druck kann normalerweise durch die angeschlossenen Lüftungsleitungen der Hausinstallationen entweichen. Das klappt allerdings nur, wenn alle sanitären Anlagen im Haus fachgerecht angeschlossen sind.  

Zur störungsfreien Funktion müssen Fallleitung für Schmutzwasser über das Dach entlüftet werden. Die Lüftung leitet Kanalgase ab und soll den Über- bzw. Unterdruck im Rohrsystem verhindern. Immer wieder treten während einer Kanalspülung auch im Verbandsgebiet Störungen in den sanitären Anlagen der Anwohner auf. Dabei führen fehlende oder zu klein dimensionierte Dachentlüftungen zu unliebsamen Überraschungen. Besonders häufig kommt dann Wasser aus der Toilette und wird zur unfreiwilligen Dusche. Auch wenn Wasser aus Geruchsverschlüssen am Waschbecken austritt, sind entweder die Dachentlüftung nicht oder falsch an die Entlüftung angeschlossen. Um solche unfreiwilligen Duschen zu verhindern, rät der Wasserverband, der Ursache auf den Grund zu gehen, um sie fachgerecht beseitigen zu lassen.

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