26.09.2018 Keine Pestizide in den Regenkanal

Naturschutz ist Trinkwasserschutz

Alfhausen. Es kommt immer wieder vor, dass in Haushalten unbedacht Putzwasser in den Gully gekippt wird oder Unkrautvernichtungsmittel auf gepflasterten Flächen verwendet werden. Gerade chemische Unkrautvernichter dürfen auf versiegelten Flächen nicht zum Einsatz kommen. Im Entsorgungsgebiet des Wasserverbandes Bersenbrück ist das Kanalnetz als sogenanntes Trennsystem aufgebaut. Das heißt, dass das Regenwasser und das Schmutzwasser in zwei unterschiedlichen Kanälen abtransportiert werden. Mit Pestiziden belastetes Regenwasser, das über die Gullys in die Regenwasserkanalisation gelangt, wird nicht in den Kläranlagen gereinigt, sondern fließt direkt in ein nahes Gewässer oder in den Untergrund und damit auch ins Grundwasser. Gewässer sind zusammenhängende und vernetzte Ökosysteme deren Gleichgewicht schnell gestört werden kann. Den Fischereivereinen, die sich im Ehrenamt um die Pflege und den Naturschutz der heimischen Gewässer kümmern, fällt die Belastung der Gewässer unmittelbar auf. „In diesem Sommer habe ich zahlreiche große, tote Fisch aus dem Alfsee und auch aus dem Regenrückhaltebecken geborgen“, berichtete Clemens Wellbrock, Vorsitzender des Fischereivereins Alfhausen e.V.. Empfindliche Tiergruppen, wie im Wasser lebende Köcherfliegen- und Steinfliegenlarven oder Flusskrebse seien bedroht und ihre Populationen rückläufig. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit vermindere sich zudem die Artenvielfalt in den heimischen Gewässern. „Besonders betroffen sind Wanderfische wie beispielsweise Aale, Lachse und Bachforellen“, so Wellbrock.

„Unser Regenwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufes, der zur Neubildung von Grundwasser beiträgt. Gerade dieser Sommer hat gezeigt, wie wichtig die Grundwasserneubildung für die Trinkwassergewinnung ist. Deshalb ist es erforderlich, das Regenwasser unbelastete von Schadstoffen in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen“, ergänzte Ralph-Erik Schaffert, Geschäftsführer des Wasserverbandes Bersenbrück.