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22.09.2022 Hohe Investitionen für die regionale Versorgung

Vorstand und Ausschuss besuchen Baustellen und Betriebsanlagen im Verbandsgebiet - Dank an Bürgerinnen und Bürger für die besonnene Trinkwassernutzung im Dürresommer

Altkreis Bersenbrück. Einen Einblick über derzeitige Baustellen und Betriebsanlagen des Wasserverbandes Bersenbrück verschafften sich die neuen Mitglieder der beiden Ausschüsse Wasser und Abwasser. Besucht wurde dabei unter anderem die Baustelle in Hesepe. Hier werden in den kommenden sechs Jahren sowohl die alte Hauptleitung aus den sechziger Jahren sowie alle Hausanschlüsse mit der eigenen Baukolonne des Verbandes komplett ersetzt. Die Verlegung sei schwierig, da im Bestand gearbeitet werde und weitere Leitungen wie Glasfaser, Gas und Strom die Baustelle sehr einengen. Zudem läge die Leitung in einer Tiefe von gut 1,20 Metern. Hier sei viel Fingerspitzengefühl und Fachwissen bei der Ausführung gefragt, verdeutlichte Geschäftsführer Ralph-Erik Schaffert die Situation vor Ort. Mit einer Investitionsstrategie bis zum Jahr 2050 setzt der Verband vorausschauend auf Sanierung und Austausch des Leitungsnetzes. Rund 57 Millionen Euro sind im gesamten Verbandsgebiet in den vergangenen sechs Jahrzehnten ins Trinkwassernetz geflossen.

„Im ersten Augenblich mag es günstiger erscheinen, auf Verschleiß zu fahren. Doch vermehrte Rohrbrüche und unzufriedene Kunden sind keine Alternative zur Neuverlegung von Leitungen, die zwar teurer sind, aber langfristig effektiver. Zudem zeigen sich auch im Leitungsnetz die Auswirkungen des veränderten Klimas. Die langanhaltende Dürre hat den Untergrund ausgetrocknet und zu Setzungen geführt, so dass in diesem Sommer im Altbestand überproportional viele Rohrbrüche behoben wurden“, so Schaffert. Einen Dank sprach der Geschäftsführer des Verbandes an alle Bürgerinnen und Bürgern des Nordkreises aus. Ihre Meldungen von Rohrbrüchen, insbesondere im Außenbereich, seien sehr wichtig, um die Schäden möglichst klein zu halten. Zudem habe das angepasste Verbrauchsverhalten in diesem Sommer eine Überlastung der Wasserwerke verhindert. Die Trinkwasserabgaben seien 2022 hoch gewesen, aber es habe kaum Tage mit extremen Spitzenverbräuchen wie in den vorherigen Jahren gegeben.

Unterhaltung des Kanalnetzes

Auch im Kanalbau nehmen klimatische Veränderungen Einfluss auf die Bautätigkeit. Insbesondere die Regenkanäle müssen den Starkregenfällen angepasst und größer dimensioniert werden. Auch hier liegen mit einem Anschaffungswert von knapp 90 Millionen Euro ein unsichtbarer Schatz im Untergrund.

Beim Besuch der Kläranlage Quakenbrück erfuhren die Ausschussmitglieder, dass die Anlage im Zuge des Neubaus bereits vor fünfzehn Jahren mit einem Faulturm und Blockheizkraftwerken ausgestattet wurde. Das beim Faulprozess anfallende Gas wird zur Stromerzeugung und die freiwerdende Wärmeenergie zur Heizung der Gebäude verwendet. Eine ähnliche Anlage ist für die Kläranlage in Bersenbrück geplant. Mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro wird das Ziel angestrebt, energieautark zu werden.