28.09.2022 Netzwerken unter der Erde

Wasserverband nutzt die Erneuerung der Straßenoberfläche durch die Kommune für den Austausch maroder Leitungen
Neuenkirchen. Die alte Trinkwasserleitung aus den sechziger Jahren sowie der Regenwasserkanal werden in der Siedlung „Kleiner Sundern“ vollständig erneuert. Unterirdisch liegt ein weit verzweigtes Leitungsnetz für Trinkwasser und Abwasser. Frisches Trinkwasser ist dabei besonders empfindlich. Aufgrund der Tiefenlage von 1,25 Metern wird es im Sommer vor Wärme und im Winter vor Frost geschützt. Alle Bauteile und Werkstoffe, die mit dem Trinkwasser in Berührung kommen, müssen chemisch, mikrobiologisch und gesundheitlich unbedenklich sein.
„Zurzeit sieht es hier erst einmal aus wie in einem Neubaugebiet. Es fehlt der Straßenbelag und die Bagger arbeiten sich etappenweise voran. Insgesamt haben wir in den vergangenen vier Wochen bereits 150 Meter der neuen Trinkwasserleitung verlegt. Die Leitung wird auf einer Strecke von 700 Metern erneuert. Wir ersetzen hier die alte Leitung mit einem Durchmesser von 80 Millimetern durch eine neue PVC-Leitung mit einem Durchmesser von 100 Millimetern“, erläutert Nico Hörnschemeyer, Techniker beim Wasserverband Bersenbrück. „Danach werden die einzelnen Hausanschlüsse ebenfalls erneuert. Diese wichtigen Arbeiten für ein modernes und funktionstüchtiges Leitungsnetz sind für die Anwohner kostenfrei. „Als uns mitgeteilt wurde, dass die Straßen durch die Kommune saniert werden, haben wir uns als Versorger direkt angeschlossen. Anderenfalls müsste die neue Straße dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgemacht werde. Diese Situation wollten wir unbedingt vermeiden“, so der Fachmann. Die Arbeiten werden je nach Witterung zu Beginn des nächsten Jahres fertiggestellt sein. Auch sein Kollege Markus Mönsters, zuständig für den Kanalbau, nutzt das Bauvorhaben der Kommune und saniert den abgängigen Regenwasserkanal. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Schmutzwasserkanal in geschlossener Bauweise und im Inliner-Verfahren saniert. „Die Arbeiten für den Regenkanal müssen in offener Bauweise ausgeführt werden. Zum einen ist der Durchmesser des alten Regenwasserkanals vor rund 60 Jahr für die heutigen Berechnungen von Niederschlägen bei Starkregen zu klein ausgelegt worden. Zum anderen ist der Kanal völlig marode und streckenweise versandet und abgesackt wie Kamerabefahrungen gezeigt haben“, so Mönsters. Alte Kanalleitungen werden zum Teil mit einem sogenannten Dämmer - einem Flüssigbeton - versiegelt, um die Standfestigkeit der Straße zu gewährleisten. Für die Anwohner ist die derzeitige Situation strapaziös, da neben dem Wasserverband andere Versorger beispielsweise für Energie und Telekommunikation zeitgleich arbeiten und die alte Straße bereits nicht mehr vorhanden ist. Zusätzlich erfordert der Lehmboden einen Bodenaustausch. Hier ist eine Auskofferung von über 60 Zentimeter erforderlich, um eine ausreichende Stabilisierung der zukünftigen Straße zu erreichen. Der neue Kanal wird dann in einer Tiefe von 1,60 Metern verlegt. Die Sanierung in der ältesten Siedlung von Neuenkirchen ist sehr komplex, da es auch alte, verrohrte Gräben gibt, von denen keine Pläne vorhanden sind. Hier muss die Entwässerung im Einzelfall ermittelt und neue Anschlüsse erstellt werden. Grundstücke, die das Abwasser über benachbarten Grund ableiten, bekommen einen eigenen Anschluss gelegt. Grundstücksanschlüsse von Häusern, die bereits an den öffentlichen Regenkanal angeschlossen sind, werden im Zuge der Baumaßnahme ebenfalls saniert.