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Aktuelle Beiträge

Gesunde Böden für sauberes Grundwasser

Interregio Projekt zur Bodenfruchtbarkeit mit Unterstützung des Verbandes

Die Zusammenhänge zu erforschen, wie sich die Bodenfruchtbarkeit erhöhen und der Stickstoffeintrag reduzieren lassen, ist der grenzüberschreitende Auftrag des vierjährigen Interregio Projekt „NERTHUS“ (Novel Engineered Resources Targeting Holistic Use of Soils). Ein Name zudem mit viel Symbolik, denn Nerthus ist eine Göttin des Wachstums. Ihr Name bedeutet Erde und sie gilt als Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin.

Im grenzüberschreitenden Projekt unter der Federführung des niederländischen Wetsus, ein europäisches Exzellenzzentrum für nachhaltige Wassertechnologie, arbeiten Partner aus den nördlichen Niederlanden und Nordwestdeutschland zusammen. Vertreter aus Deutschland sind neben dem Wasserverband Bersenbrück als Trinkwasserversorger unter anderem die Hochschule Osnabrück, die Universität Oldenburg, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie das 3N Kompetenzzentrum aus Werlte. Es sollen neue Methoden entwickelt werden, um die wichtigen Funktionen von Böden zu stärken. Dazu werden spezielle organische Dünger eingesetzt, die das Bodenleben so fördern, dass Nährstoffe und Wasser besser gespeichert und das Bodenleben revitalisiert wird. Ein wichtiger Schritt, der der Grundwasserqualität zu Gute kommt. Ziel ist es auch, die Erträge in der Landwirtschaft zu verbessern. Besonders wichtig sind bei diesem Forschungsprojekt spezielle Pilze, die mit Pflanzen zusammenarbeiten, wie zum Beispiel Mykorrhizapilze. Dazu werden Bodenproben ausgewählter landwirtschaftlicher Betriebe mittels der sogenannten „Next-Generation-Sequencing-Techniken“ auf ihre Mikrobiom-Zusammensetzung analysiert und Bakterien-, Pilz- und Bodentiergemeinschaften bestimmt.

Das Projekt ist in sechs Kategorien unterteilt. Kategorie zwei bezieht sich dabei auf die Bodenqualität und die Bodenfunktion. Hier kann der Verband umfangreiches und langjähriges Datenmaterial zur Nitratfracht im oberflächennahen Grundwasser zur Verfügung stellen.  

Das Projekt läuft bis 2029. Die Abschlussergebnisse werden im Anschluss veröffentlich.

Projektaufbau:

  • Kategorie 1.  Koordinierung

Unter der Federführung des europäisches Exzellenzzentrum für nachhaltige Wassertechnologie, Wetsus aus den Niederlanden, werden der Projektverlauf und die Verwaltung koordinieren.

  • Kategorie 2. Bodenqualität und -funktionen in den nördlichen Niederlanden und Nordwestdeutschland 

Das Projekt Nerthus untersucht Böden in verschiedenen Regionen, um ihre Funktionen und die Auswirkungen der Landwirtschaft besser zu verstehen. Dazu werden Bodenproben auf Mikroorganismen analysiert und die Wasserqualität in umliegenden Gewässern geprüft. So sollen Zusammenhänge zwischen Bewirtschaftung, Bodenbeschaffenheit und Wasserqualität sichtbar werden.

  • Kategorie 3: Bestimmung der Bodenfunktionen zur Identifizierung des funktionellen Mikrobioms

In diesem Arbeitsschritt wird untersucht, welche Bodenfunktionen an den Standorten in den Niederlanden und in Deutschland besonders wichtig sind. Dafür analysiert das Projekt die Mikroorganismen im Boden und ordnet ihnen mithilfe moderner Technologien bestimmte Aufgaben zu. Auf dieser Grundlage sollen gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um die Böden zu verbessern. Mit Hilfe digitaler Karten wird sichtbar gemacht, wo das größte Potenzial für eine nachhaltige Bodenentwicklung liegt.

  • Kategorie 4: Steuerung der Bodenfunktionen durch Bodenverbesserungen

Die Bodenfunktionen können durch technische Anpassungen gesteuert werden. Das Projekt konzentriert sich dabei auf die Nährstoffrückgewinnung und die Nutzung von rückgewonnenen Ressourcen. So können die Bodengesundheit und die Wasserqualität verbessert werden. Dabei stehen Komposte, Fermentationsprodukte und Gärreste im Fokus. Sie werden in Gewächshäusern, Inkubationen und Klimakammern mit repräsentativen Kulturpflanzen und verschiedenen Düngemitteln getestet. 

  • Kategorie 5: Entwicklung eines Tools zur Optimierung des Düngemitteleinsatzes (Decision Support system)

Zur Nutzung des neu gewonnenen Wissens wird für Anwender in der Landwirtschaft eine Software zur Unterstützung entwickelt. Bei dem Nerthus-Projekt werden die Landwirte die Führung bei der Gestaltung dieser Software übernehmen.Darüber hinaus werden zweimal jährlich Fach-Workshops durchführen, um die neu entwickelten Technologien zu demonstrieren und die Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten.

  • Kategorie 6: Kommunikation

Projektergebnisse sollen veröffentlicht und einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt werden. Die Verbreitung erfolgt unter anderem über soziale Medien.Nerthus organisiert Veranstaltungen an Partnerstandorten, um das Projekt vielen Landwirten vorzustellen.Zusätzlich werden wissenschaftliche Publikationen in Open Access-Zeitschriften veröffentlicht. Nerthus wird jährliche Informationsschreiben für politische Entscheidungsträger ausarbeiten, die über die wissenschaftlichen Erkenntnisse berichten und Handlungsempfehlungen beinhalten. Ebenfalls sind Fachkonferenzen geplant. 

 

 

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