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Mit einem Schmetterling gegen das Jakobskreuzkraut

Seminar zur biologischen Schadkrautreduzierung durch den Einsatz der Blutbär-Raupen 

Die leuchtend gelben Blüten des Jakobskreuzkrauts sind zwar schön anzusehen, doch die Pflanze ist für Tiere und Menschen giftig. Jahr für Jahr wächst sie auf Wiesen und an Wegrändern und breitet sich weiter aus. Auch die Trockenheit der letzten Jahre begünstigt diese Ausbreitung. Eine umweltverträgliche Alternative zur Eindämmung der Pflanze wurde während eines Seminars auf Einladung des Wasserverbandes Bersenbrück den geladenen Landwirten sowie Vertretern des Landvolkes vorgestellt. „Die Pflanze schmeckt extrem bitter und auf der Weide rühren Rinder und Pferde das Jakobskreuzkraut nicht an. Die giftigen Stoffe führen bei Tieren allerdings durch Futter wie Heu zu Vergiftungen und im schlimmsten Fall zum Tod. Eine Schubkarre voll Jakobskreuzkraut reicht dafür aus,“ erklärte Andreas Frahm. Landwirt aus Schleswig-Holstein und Fachmann für die Biologische Schadenskrautbekämpfung. 

In seinem Vortrag verdeutlichte der Landwirt die wirtschaftliche Relevanz der Ausbereitung des Jakobskreuzkrautes: „Sobald 40 bis 50 Prozent der Nutzfläche befallen sind, ist eine Bewirtschaftung nicht mehr rentabel. Ziel ist es, durch gezielte Strategien, wie der Ansiedlung des Blutbären Schmetterlings, die Flächen zu schützen, bevor dieser kritische Punkt erreicht wird.“ Die Verbreitung der Pflanze muss also gestoppt werden. Ausrotten lässt sie sich nicht, da die Samen im Boden über Jahrzehnte keimfähig bleiben.

Die rechtzeitige Anwendung von Gegenmaßnahmen sei deshalb essenziell, um den wirtschaftlichen Totalausfall betroffener Flächen zu verhindern. Gerade beim Mähen würden die Samen stark verteilt und je älter eine Pflanze sei, desto mehr Gift könne freigesetzt werden, so der Fachmann. „Deshalb sind klassische Maßnahmen wie mechanische Bearbeitung oder Herbizide nicht wirkungsvoll. Sie gefährden wertvolle Grünlandvegetation und zeigen nur eine eingeschränkte Wirkung gegen das Jakobskreuzkraut.“

Mit Blutbär-Raupen gegensteuern

Um das Schadkraut zu bekämpfen, setzt der Fachmann erfolgreich auf den Blutbär Schmetterling. Von Ende April bis Ende Juni legt der Blutbär seine Eier auf dem Jakobskreuzkraut ab. Die daraus schlüpfenden Raupen fressen die Pflanze so stark ab, dass sie keine Samen mehr bilden kann und abstirbt. Bei einer hohen Anzahl an Raupen werden oft ganze Bestände kahlgefressen. Bevor sie zu Faltern werden, verpuppen sich die Raupen im Boden und überwintern dort bis zum nächsten Frühjahr. „Um das Jakobskreuzkraut effektiv zu bekämpfen, muss die Anzahl der Raupen erhöht werden. Dazu werden Raupen von sogenannten Spenderflächen gesammelt und gezielt auf den befallenen Zielflächen ausgesetzt. Wichtig ist, dass betroffenen Landwirt und Grundstücksbesitzer an einem Strang ziehen und entsprechend eines Leitfadens zusammenarbeiten. Dazu gehört auch achtsam mit Erdaushub und dem Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen umzugehen. Die Samen des Jakobskreuzkrautes werden über vielfältige Wege verbreitet.“ Die Teilnehmenden konnten wichtige Informationen und Handlungstipps mitnehmen. Dass die gezielte Verbreitung von Blutbär-Raupen eine erfolgversprechende Maßnahme gegen die Ausbreitung von Jakobskreuzkraut sein kann, ist ein positives Signal. Im kommenden Jahr ist ein nächstes Treffen angesetzt, um gemeinsam den Bestand der Raupen auf Flächen in Ohrte zu ermitteln und bereits Raupen für weitere Flächen einzusammeln.

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Fünf Männer stehen in einem Feld und betrachten die Pflanzen.
Auch im Wasserschutzgebiet Ohrte ist das Jakobskreuzkraut zu finden. Die Fraß-Ergebnisse der Blutbär-Raupen allerdings auch, wie Andreas Frahme vor Ort zeigen konnte.