07.09.2026 Wasserverband Bersenbrück stellt Weichen für deutlich höhere Eigenversorgung

Neue Schlammbehandlung macht unabhängiger von externer Energie
Die neue Schlammbehandlung auf der Kläranlage Bersenbrück schafft die technische Grundlage Energie dort zu erzeugen, wo sie für die Abwasserbehandlung gebraucht wird. Rund 5,5 Millionen Euro werden hier für eine hoch komplexe und moderne Anlage investiert. Unterstützt wird der Ausbau durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit einer Förderung von einer Millionen Euro. Neben den eigenen Schlämmen werden die Klärschlämme der Kläranlagen Neuenkirchen und Fürstenau verarbeitet sowie Flotatschlämme aus der Abwasservorbehandlung zweier Industrieunternehmen und Klärschlamm der Kläranlage Neuenkirchen-Vörden. Jährlich können dann auf der Kläranlage Bersenbrück insgesamt mehr als 28.000 Kubikmeter Klärschlamm ausgefault werden. Das entstehende Faulgas wird aufbereitet, in einem Gasspeicher zwischengelagert und anschließend in zwei Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Die jährliche Eigenstromerzeugung wird den gesamten Strombedarf der Kläranlage von rund 900.000 Kilowattstunden decken können. Zusätzlich wird die anfallende Wärme zur Beheizung des Fermenters, des Betriebsgebäudes und der Fahrzeughalle verwendet. „Die Faulung erschließt das im Klärschlamm gebundene Energiepotenzial und ist ein zentraler Baustein für die Eigenversorgung. Zudem setzen wir mit der Anlage auch einen wichtigen Teil der neuen kommunalen Abwasserrichtline, kurz KARL genannt, konkret in Technik um,“ erläuterte der Geschäftsführer des Verbandes, Ralph-Erik Schaffert. Derzeit liegen alle Arbeiten gut im Plan. Die Fertigstellung der Bauwerke ist für 2027 geplant. Der Abschluss des gesamten Bauprojektes, inklusive der umfangreichen Elektrotechnik, ist für 2028 vorgesehen.
