13.05.2020 Umfassende Kanalbauarbeiten dauern zwei Jahre

Wasserverband Bersenbrück startet im Juli mit Tiefbauarbeiten

Schwagstorf. Nach umfangreicher Vorbereitung und Bauplanung können im Juli die Tiefbauarbeiten zur Entlastung des Regenkanalnetzes und zur Erweiterung des Regenrückhaltebeckens in Schwagstorf beginnen. Insgesamt wird die Dauer der gesamten Maßnahme, die in zwei zeitlich getrennten Arbeitsschritten erfolgt, rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Der geplante Baubeginn für den Kanalneubau an der Voltlager Straße startet im Juli, im Anschluss ist der Kanalbau in der Bippener Straße und im Zwister Weg geplant. Ab Frühjahr 2021 ist der Baubeginn für Umbau und Erweiterung der Regenrückhalteeinrichtungen an der Voltlager Straße vorgesehen.

Vor Überflutung bei Starkregen schützen

Grund für das umfassende Bauprojekt ist die Überlastung des vorhandenen Regenwasserkanalnetzes. In der jüngsten Vergangenheit war es in Teilen von Schwagstorf immer wieder zu Überflutungen während Starkregenphasen gekommen. Starkregenereignisse sind in der Regel lokal begrenzte intensive Niederschläge, für die Ort und Zeitpunkt nur schwer vorherzusagen sind. Sie können zu Sturzfluten führen und erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen. Um diese Überflutungsgefahr zu beheben und Bewohnerinnen und Bewohner sowie die vorhandene Bebauung zu schützen, wird die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes für Schwagstorf nun umfangreich erhöht.

Weitreichende Eingriffe in die Unterwelt erforderlich

So wird das vorhandene Kanalnetz durch einen zusätzlichen neuen Regenwasserkanal erweitert und entlastet. Den westlichen Teil von Schwagstorf entwässert zukünftig zu einem Großteil eine neue Bypass-Leitung, die den auf der Südseite der Bundesstraße vorhandenen Kanal westlich des Kreisverkehrs entlastet. Kurz vor dem Kreisverkehr wird ein neuer Regenwasserkanal zunächst durch eine private Straße Richtung Süden und weiter im nordwestlichen Seitenraum parallel zur Landesstraße 102 „Voltlager Straße“ verlaufen. Danach kreuzt der Regenkanal die Landesstraße L 102 und leitet das Regenwasser südlich über einen bestehenden Kanal in das vorhandene Regenrückhaltebecken ein.

Für den östlichen Teil des Ortes wird zum einen der offene Graben auf der Südseite der Voltlager Straße verrohrt und über eine zweite, neu verlegte Rohrverbindung zum bestehenden Rückhaltebecken geführt. Zusätzlich sind eine Vergrößerung und der Austausch der Kanäle im Bereich Zwister Weg/Bippener Straße unumgänglich.

Ausführung erfolgt in Etappen

Nach Abschluss der Maßnahmen in der Voltlager Straße werden in der Bippener Straße die im Bürgersteig vorhandenen, aber zu kleinen Regenwasserkanäle durch einen großen Regenwasserkanal in der westlichen Fahrspur ersetzt. Danach folgt mit Querung der Bippener Straße im vorderen Bereich des Zwister Weges eine Vergrößerung der vorhandenen Regenwasserkanäle. Im weiteren Bereich, ab dem Parkplatz Pfarrheim, werden neue Regenwasserkanäle verlegt, um die allgemeine Abflusssituation zur Bippener Straße hin zu verbessern.

Zusätzlich werden zwischen den Rohrsystemen Verbindungen geschaffen oder ausgebaut, um für noch mehr Möglichkeiten bei der Ableitung der anfallenden Regenwassermengen zu sorgen.

Behinderungen im Straßenverkehr

Je nach Bauabschnitt wird es zu Vollsperrungen der Landesstraßen und Gemeindewege kommen. Die Bundesstraße 214 und der Kreisverkehr bleiben im Straßenbereich von der Baumaßnahme unberührt.

Zwei Jahre für die Verbesserung der Infrastruktur

Nach den Kanalbauarbeiten in diesem Jahr steht für 2021 die bauliche Erweiterung des bestehenden Regenrückhaltebeckens an. Dessen vorhandenes Volumen von rund 2.000 Kubikmetern ist nach aktuellen Berechnungen nicht mehr ausreichend. Es wird ein Volumen von mehr als 5.100 Kubikmeter benötigt, so dass zu dem vorhandenen Becken an der Voltlager Straße ein weiteres Becken im rückwärtigen Bereich der ehemaligen Kläranlage errichtet wird. Die beiden Becken werden in Absprache mit Wasser- und Naturschutzbehörden durch eine Erweiterung des dortigen offenen Grabens verbunden, damit der vorhandene Wald bestehen bleibt.

Vorbereitungen im vergangenen Jahr gestartet

Die Planung der Gesamtmaßnahme ist bereits im vergangenen Jahr gestartet und hat aufgrund des Bauumfanges viele Vorbereitungen notwendig gemacht. Im Vorfeld wurden Vermessungsarbeiten, Gespräche und Verhandlungen mit betroffenen Grundstückseigentümern sowie mit der Straßenbaubehörde geführt. Wichtige Schritte, da unter anderem für die Erneuerung der Kanäle auch die Landes- und Bundesstraße genutzt werden.

Am gesamten Verfahren sind auch die Untere Wasserbehörde sowie die Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück beteiligt.